Führungstechnik für Blinde

Go to content

Führungstechnik für Blinde (Untertitel)

Untertitel

This video need Flash plugin, you can go to technique for guiding video transcription.

Transcript

Accrochez les wagons, technique for guiding

Joël : Guten Tag, mein Name ist Joël. Ich bin sehr stark sehbehindert und wir werden Ihnen die Führungstechnik für Blinde vorstellen. Also, lassen Sie mich Ihnen Grégoire vorstellen, er ist ein alter Hase auf dem Gebiet. Er ist Bewegungstrainer für Sehbehinderte. Ein Bewegungstrainer lehrt Sehbehinderte und Blinde, sich auf der Straße sicher fortzubewegen. Diese Technik kann von jedem genutzt werden. Vielleicht finden Sie selbst sich einmal in einer Situation wieder, in der sie sie gebrauchen können. Sie treffen vielleicht eine sehbehinderte oder blinde Person irgendwo in der Stadt, zum Beispiel auf der Straße, oder in der U-Bahn. Und diese Person bittet Sie um Ihre Hilfe.

Grégoire : Also. Das Erste, was Sie dann tun sollten ist, die Person zu fragen, wie sie ihre helfen können. Nur weil jemand sehbehindert ist und am Straßenrand wartet, bedeutet das noch lange nicht unbedingt, dass die Person Hilfe braucht. Er oder sie wartet vielleicht einfach nur auf den richtigen Moment, um die Straße zu überqueren. So, the very first thing you must do, is to begin by asking if the person needs help. Just because a visually impaired person is waiting on the sidewalk, does not necessarily mean that he or she needs help. He or she may simply be waiting for the right moment to cross the road. So, the first thing to do is to ask the person if he or she needs help. Too often, when we help a visually impaired person, we come up from behind, we take his elbow and we push. And in this precise case, the person finds himself faced with unknown obstacles and is not very reassured, in spite of our best intentions to help. Allzuoft, wenn wir einem sehbehinderten Menschen helfen wollen, nähern wir uns von hinten an ihn an, nemen seinen Ellbogen nund drücken ihn nach vorn. Genau in diesem Moment ist die Person jedoch mit nicht erkennbaren Hindernissen konfrontiert und fühlt sich dabei nicht wirklich sicher, ganz im Gegensatz zu unserer eigentlich guten Absicht, ihr zu helfen.

Grégoire : Wie Sie sehen nimmt Joël auf ganz natürliche Weise seine Position hinter mir ein, denn er weiß ganz genau, dass er dort, direkt hinter mir wirklich sicher ist. Das bedeutet, dass die Person, die hinterher läuft, ich meine die Person, die geführt wird, ganz genau weiß, dass sie immer einen Schritt hinterher ist, wenn man es von der Position des Führers aus betrachtet. Das gibt ein enormes Gefühl der Sicherheit, denn wir bewegen uns auf etwas für ihn bedrohliches zu und er weiß, dass er so nicht sofort fallen wird.

Joël : Ja! Ich falle später!

Grégoire : Also, wenn Sie dies verstanden haben und jeder genau auf seiner Position ist, dann können wir uns jetzt vorwärts bewegen.

Grégoire : Wie Sie vielleicht bemerkt haben, benötigen Sie eine bestimmte Geschwindigkeit, wenn Sie eine Person führen. Sie dürfen nicht zu langsam, aber auch nicht zu schnell gehen. Um Ihre Geschwindigkeit zu überprüfen, fragen Sie einfach die Person, ob Ihre Geschwindigkeit so in Ordnung ist. Die Geschwindigkeit ist auch aus einem anderen Grund wichtig, denn sie gestatet der Person, ihre eigene Wachsamkeit zu benutzen. Ich meine, wenn Sie mit normaler Geschwindigkeit gehen, mit durchschnittlichem Tempo, und dann plötzlich werden Sie langsamer, dann bedeutet dies für die Person hinter Ihnen, dass sie achtsamer wird, denn sie ahnt, dass Sie sich einem Hindernis nähern.

Grégoire : Wir halten also eine bestimmte Geschwindigkeit. Wir werden ein wenig langsamer. Dies versetzt die Person in erhöhte Aufmwerksamkeit. Und so überwinden wir das Hindernis.

Grégoire : Gut, nun zeigen wir Ihnen eine andere Art des Langsamer Werdens an das sich diesmal ein Anhalten anschließt; diesmal am Rand eines Bordsteins, oder vor dem Beginn einer Treppe. Zuerst gehen Sie einfach nur. Sie unterbrechen Ihr Tempo und verlangsamen die Geschwindigkeit und warnen so die geführte Person, dass sich ein Hindernis nähert.

Joël : Gut. Eine Treppe hinunter zu bedeutet ist exakt das Gleiche wie eine Treppe hinaufzusteigen. Vor dem Beginn sollten Sie anhalten und am Ende der Treppe ebenfalls. Dadurch weiß ich genau wann wir anfangen, und wann wir angekommen sind.

Joël : Das Gute an der Führungstechnik kann in vier Punkten zusammengefasst werden. Erster Punkt: Ich fühle mich sicher, weil ich hinter dem Führer bin. Zweitens: Das Gelände wird vom Führer vorhergesehen. Sein Arm wirkt wie ein Hebel. Also wann immer der Führer sich nach oben oder nach unten bewegt werde ich es spüren und auf diese Weise werde ich über Höhenunterschiede im Boden gewarnt. Und das hat noch einen zweiten Vorteil. Es ist die Tatsache, dass der Führer mir nicht viel über die Umgebung erzählen muss. Wir können uns darüber unterhalten, was wir heute gemacht haben, über dies, das und jenes. Wir müssen auch nicht unbedingt sprechen. Wir können fünf Kilometer gehen, wenn wir über Land wandern, ohne zu Reden, genau wie auf einer normalen Wanderung. Die Führungstechnik allein genügt schon, denn sie ist eine Technik, die auf dem Körper basiert. Ich spüre auf jeden Fall die Bewegungen des Körpers meines Führers. Und das ist der dritte Puinkt, der wichtig ist. Es bedeutet, ich kann dabei plaudern. Was natürlich viel schöner ist, dabei. Der letzte Punkt ist, dass wenn ich mich aus irgend einem Grund nicht sicher fühle, ich selber loslassen kann. Ich werde nicht von einer Person gehalten, die meinen Arm von hinten festhält. So kann ich mich selbst sofort befreien, wenn ich es möchte. Hinterher können wir dann über mein Problem sprechen. Und dann können wir weiter gehen.

Grégoire : Wenn Sie eine auf der Straße Person führen kommen Sie oft an einer engeren Stelle vorbei. Darum müssen Sie die Person, die Sie führen davon in Kenntnis setzen, dass sie sich ganz hinter Sie begibt. Wir machen mal eine einfache, kleine Übung dazu. Wir halten unseren Arm hinter unseren Rücken. Die Person reiht sich genau hinter Ihnen ein und sie gehen ganz ruhig durch den Engpass, natürlich haben Sie vorher das Tempo reduziert. Wenn Sie an der Stelle vorbei sind, dann bringen Sie den Arm zurück und die Person kommt ebenfalls mit zurück.

Grégoire : Wenn man einer sehbehinderten Person einen Stuhl anbieten möchte ist man oft versucht, der Person zu beschreiben, in welcher Richtung zu ihr der Stuhl gerade steht. Das macht die Sache ziemlich kompliziert. Eigentlich müssen Sie dabei einfach nur die Hand der Person nehmen, sie auf den Stuhlrücken legen und die Person dann selbst den Stuhl gerade rücken lassen, wie sie es will.

Grégoire : Zum Schluss können wir festhalten, dass Sie die Aufsicht über die Person haben, die Sie gerade führen. Vergessen Sie das nicht.

Joël : Und das Schöne an der Technik ist, dass Sie sie jedem zeigen können. Es ist ganz einfach. Sie können sie Ihren Verwandten beibringen, Ihren Eltern, Ihren Schülern, Kollegen und Freunden.

Generic : A movie of Joël Olekhnovitch, Grégoire Guillot, Jacques-Olivier Souttre. Music : Pascal Dessein. Audiodescription : Anne-Sophie Duguay.